Wahlen sind ein zentrales Instrument demokratischer Mitbestimmung. Doch junge Menschen unter 30 Jahren beteiligen sich seltener an Wahlen als ältere Wahlberechtigte. Dieser Trend hat sich in den letzten Jahren verstärkt. Seit den 1990er nahm die Wahlmüdigkeit von jungen Menschen in den meisten EU-Mitgliedstaaten überdurchschnittlich zu – auch in Deutschland.
An der Frage, wie mehr Jugendliche dazu motiviert werden können wählen zu gehen, kommt man beim Thema „Beteiligung junger Menschen am demokratischen Leben in Europa“ deshalb nicht vorbei. Europaweit werden Jugendliche und Jugendorganisationen nach ihren Meinungen, Positionen und Lösungsvorschlägen gefragt. Wie können mehr junge Menschen für Wahlen begeistert werden? Was haltet Ihr von einer Senkung des Wahlalters? Welche anderen Möglichkeiten und Wege gibt es, Jugendliche stärker in gesellschaftliche Entscheidungen einzubeziehen?
» Die Konsultationsfragen als Download
Junge Menschen unter 30 Jahren beteiligen sich seltener an Wahlen als ältere Wahlberechtigte. Das ist weder ein deutscher noch ein neuer Trend. Doch die Wahlmüdigkeit unter junger Wählern/-innen hat seit den 1990er Jahren überdurchschnittlich zugenommen. Deshalb wird derzeit europaweit nach Lösungen gesucht, wie junge Menschen fürs das Wählen begeistert werden können.
In Deutschland, aber auch europaweit, diskutieren Jugendliche, Jugendverbände und Fachleute seit Jahren darüber, ob das Wahlalter gesenkt werden sollte. Wählen darf man in den meisten Fällen ab 18 Jahren. In sechs von 16 Bundesländern verfügen Jugendliche bereits ab 16 Jahren über ein aktives Wahlrecht bei Kommunalwahlen; in Bremen auch bei Landtagswahlen. Darüber hinaus gibt es Forderungen, das Wahlalter auf 14 Jahre oder auch auf null Jahre zu senken.
Eine Voraussetzung für die Senkung des Wahlalters ist, dass sich mehr Menschen mit der Frage auseinander setzen und sich eine deutschland- bzw. europaweite Debatte zu dem Thema entwickelt. Auch wenn die Diskussion über die Senkung des Wahlalters in Deutschland immer mal wieder aufflammt, so kann man doch noch nicht von einer breiten Debatte sprechen.
Politische Partizipation und damit die aktive Mitgestaltung der Gesellschaft beginnen nicht erst mit dem Kreuzchen auf dem Wahlzettel, sondern schon viel früher. Durch ihr Engagement in Vereinen, Verbänden und Parteien können junge Menschen deren Positionen und Aktivitäten mitgestalten und gesellschaftlichen Einfluss nehmen. Doch längst nicht alle Jugendlichen sind Mitglied in einem Verein, einem Verband oder einer Partei.