Bildung findet nicht nur in der (Hoch-)Schule oder am Ausbildungsplatz statt. Wissen, neue Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten erwirbt man auch außerhalb des sogenannten formalen Bildungssystems. Eine besondere Rolle spielen dabei außerschulisch organisierte Gruppenaktivitäten, bei denen die Teilnahme freiwillig ist.
Diese Konsultation dient dazu, die Anliegen von Jugendlichen und Jugendorganisationen zum Thema „Anerkennung außerschulischer Bildung“ in einem möglichst transparenten Verfahren deutschlandweit zusammenzutragen und zu bündeln.

Außerschulische Bildungsangebote und Gruppenaktivitäten sind beispielsweise der Videoworkshop im Jugendzentrum, die Jugendfreizeit in den Osterferien, der Theaterkurs, die Organisation des Adventsbasars mit der Jugendgruppe, das Sommerlager, das Geocaching-Projekt, die Ausbildung zum/zur Gruppenleiter/-in, die Projektwerkstatt der Jugendinitiative, die Jugendbegegnung in Tschechien, das Vorbereitungsseminar für den Freiwilligendienst, der Berufsorientierungskurs, der Schülerzeitungsworkshop, das Teamtraining im Hochseilgarten, die Gedenkstättenfahrt nach Sachsenhausen, die Gruppenstunde zum Thema Wasser…
Häufig merkt man erst bei genauerem Hinsehen, dass man dabei vieles lernt. Die Freiwilligkeit, der Spaß und die Praxiserfahrung stehen im Vordergrund und nicht unbedingt die Lerninhalte. Außerschulische Bildungsangebote leisten einen wichtigen Beitrag für die Persönlichkeitsentwicklung, das gesellschaftliche Engagement, den Erwerb von Schlüsselkompetenzen und vieles mehr. Leider wird dies von Jugendlichen selbst, ihren Freunden und Familien, der Gesellschaft, der Politik, den staatlichen Bildungsinstitutionen, dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt etc. nicht ausreichend wertgeschätzt und anerkannt.
Seit längerem beraten Experten/-innen aus Wissenschaft und Praxis, politisch Verantwortliche und Jugendvertreter/-innen in Deutschland, aber auch europaweit darüber, wie die Anerkennung und die Sichtbarkeit außerschulischer Bildungsangebote und Gruppenaktivitäten verbessert werden könnten. In den kommenden Jahren wollen die Jugendministerien auf Bundes- und Landesebene das Thema stärker voranbringen. Dabei wollen sie auch explizit junge Menschen beteiligen und deren Erfahrungen, Meinungen, Ideen, Vorschläge und Forderungen direkt in ihre Beratungen einbeziehen.
Mitmachen können alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis zum Alter von 30 Jahren sowie Vertreter/-innen von Jugendorganisationen, Jugendgruppen, Jugendinitiativen, Schulklassen etc. Ihr könnt Euch als Einzelperson oder als Vertreter/-in einer Gruppe beteiligen.
Teilt uns bis zum 8. April 2012 Eure Meinungen, Positionen und Vorschläge zur Anerkennung außerschulischer Bildung ››› online mit. In einer zweiten Phase (16. - 29. April 2012) erhalten alle Teilnehmer/-innen der Konsultation die Möglichkeit, aus den gesammelten Beiträgen diejenigen auszuwählen, die ihnen am wichtigsten sind. Auf der Grundlage dieser Bewertungen wird die Koordinierungsstelle zur Umsetzung des Strukturierten Dialogs dann eine Zusammenfassung erstellen.
Das Bundesjugendministerium und die Jugendministerien der Länder werden die Konsultationsergebnisse in ihre Beratungen und Aktivitäten zur Förderung der Sichtbarmachung und Anerkennung von außerschulischen Bildungsangeboten und Gruppenaktivitäten einbeziehen. Das Thema wird insbesondere bei der Umsetzung der EU-Jugendstrategie und der Entwicklung der sogenannten eigenständigen Jugendpolitik eine Rolle spielen. Die Jugendministerien von Bund und Ländern haben zugesagt, den Beteiligten ein Feedback zu geben.
Für alle, die noch ein wenig tiefer in das Thema "Anerkennung außerschulischer Bildung" einsteigen möchten, haben wir ››› hier einige Hintergrundinformationen zusammengestellt.
Eine Übersicht mit den Infos zur Konsultation und den Fragen findet Ihr ››› hier zum Download.