Anders als im Englischen, Französischen oder Spanischen zählt der Begriff "Partizipation" im Deutschen nicht unbedingt zu den in der Umgangssprache verwendeten Wörtern. Stattdessen nutzen wir eine Vielzahl von Begriffen wie Beteiligung, Einbeziehung, Mitbestimmung, Mitwirkung oder Teilhabe. Gemeinsam ist allen, dass es darum geht, jemanden mitmachen zu lassen.

Klarer wird dieses "Mitmachen", wenn man zur ursprünglichen Bedeutung von Partizipation zurückgeht: Der Begriff leitet sich vom lateinischen "partem capere" ab und meint wörtlich "einen Teil (weg-)nehmen". Übertragen auf den gesellschaftlich-politischen Kontext heißt das, einen Teil der Gestaltungsmacht an sich zu nehmen. Im Umkehrschluss muss dazu ein anderer Gestaltungsmacht abgeben.
Junge Menschen entscheiden oder mitentscheiden zu lassen, heißt also, die Gestaltungsmacht von Erwachsenen zu reduzieren, so dass Jugendliche selbst Verantwortung für ihre Lebenswelt und die sie betreffenden Entscheidungen übernehmen können. Beteiligung von Jugendlichen ist deshalb nur "echt", wenn es auch wirklich etwas zu gestalten gibt, sich also direkte Folgen und Konsequenzen daraus ergeben.

Je nach Umfang der Gestaltungsmacht, die jungen Menschen übertragen wird, lassen sich unterschiedliche Stufen von Partizipation unterscheiden. Dabei stellen die ersten drei Stufen keine wirkliche Beteiligung dar und die letzte Stufe geht eigentlich schon über Beteiligung hinaus:
Hinweis: Die Stufen der Partizipation basieren auf dem Buch von Richard Schröder "Kinder reden mit! Beteiligung an Politik, Stadtplanung und -gestaltung" entnommen, das 1995 erschien.